„Kurt-Kurt | Kunst und Kontext im Stadtlabor Berlin-Moabit“ ist ein Kunstprojekt, das sich mit dem exemplarisch ausgewählten Stadtraum Moabit auseinandersetzt. Kurt-Kurt untersucht, verfolgt und durchleuchtet mit verschiedenen Aktivitäten Strategien und Entwicklungen in der Auseinandersetzung mit Öffentlichkeit und öffentlichem Raum in Moabit. Die Interventionen und Präsentationen des Projekts Kurt-Kurt sind immer auch Ort für Begegnungen zwischen Stadtraum/Alltag und Kunstort/Kunst, zwischen Planung/ Modell und Tatsache/Realität, zwischen ansässiger Bevölkerung und überregionalen Gästen, zwischen Produzent und Konsument.

 

Die Frage der Möglichkeiten, mit der Räume und Öffentlichkeit als Gegenbewegung zur Privatisierung und Ökonomisierung über künstlerische Eingriffe und Reaktionen temporär wieder erschlossen und besetzt werden können, ist eine zentrale Frage des Projekts Kurt-Kurt. Die gewohnten Formen der Rezeption im Kunstraum werden durchbrochen, so dass die Besucher in den ortsbezogenen, öffentlichen Dialog miteinbezogen werden und daran teilhaben können.

 

Das Projekt Kurt-Kurt erzeugt Rückkoppelungen zwischen Öffentlichkeit, öffentlichem Raum und Kunstort, zwischen Exterieur und Interieur, zwischen Künstlern und lokalem wie internationalem Publikum, zwischen temporärer Intervention und ortsansässigen Passanten.

 

Der Kurt-Kurt Projektraum befindet sich in dem Gebäude, das bewohnte Gegenwart zugleich mit erinnerter Geschichte an den Dichter Kurt Tucholsky beherbergt, für den die enge Anbindung an die alltägliche Lebensrealität seiner Umgebung wesentlich für die kritische Auseinandersetzung mit politischen und gesellschaftlichen Inhalten wurde.

 

Der Projektraum Kurt-Kurt wird 2020 vierzehn Jahre alt. Nachdem er in seinen ersten vier Jahren mit Projekten im öffentlichen Raum von Moabit schnell, sichtbar, professional und auf internationalen Füssen das Laufen lernte, ist er in den Folgejahren mit seinen Ausstellungsprojekten, Festivals, Diskussionen im Rahmen von Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit seinem Anspruch treu geblieben, Kunst im umgebenden Stadtraum zu verorten, die Menschen aus der Nachbarschaft anzusprechen, auszustellen und in den künstlerischen Dialog zu integrieren und neben der Zusammenarbeit und dem Austausch mit dem direkten Umfeld immer auch über Stadt- und Landesgrenzen hinweg international zu agieren und mit Kunstschaffenden zu kooperieren.

 

Politische Themen und politische Kunst sind für Kurt-Kurt und seine Initiatoren Simone Zaugg und Pfelder immer Teil der Arbeit im Sinne Kurt Tucholskys: dass wir unseren Blick schärfen und der Gegenwart wach und kritisch begegnen, sie durchleuchten und reflektieren, bevor wir etwas in künstlerischer Form präsentieren und zur Diskussion stellen. In diesem Sinne sind wir überzeugt, dass Kunst nicht vordergründig politisch sein muss, sondern dass Kunst, die mit offenen Augen Anderen die Augen öffnet, eine starke Aussagekraft und eine politische Wirkung hat. 

 

Deshalb ist es unser Ziel, mit Künstler*innen zusammenzuarbeiten, die sich der Herausforderung der aktuellen politischen Situation grundsätzlich in ihrem Schaffen stellen und diese nicht themenbezogen illustrieren, sondern in ihrer eigenen künstlerischen Sprache in überzeugende, unter die Haut gehende Interventionen, Bilder, Videos, Soundarbeiten übersetzen.

  • Jahr

    seit 2006

  • Ort

    Kurt Tucholsky Geburtshaus, Lübecker Str. 13, Berlin-Moabit

  • website
    www.kurt-kurt.de